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Das richtige Zelt für Sie - Tipps zum Zeltkauf

Bei Bergsteiger- und Camping-Zelten ist das Angebot auf dem Markt riesig - aber welches Zelt ist das passende für Sie? Hierzu einige Tipps vor dem Kauf:

  1. Platzangebot
    Die Größe von Zelten wird meist in der Anzahl an Personen, die darin Platz finden angegeben - so existieren Zelte von 1-Personen-Zelt bis zum 4-Personen Zelt. Noch größere Familienzelte oder Gruppenzelte für Basislager sind ebenfalls erhältlich. Diese Personenzahl sagt aber nichts über den Stauraum für Gepäck aus. So kann ein 3-Personen-Zelt mit einer kleinen Apsis (=überdachtes Vorzelt ausserhalb des eigentlichen Innenzeltes) für 3 Personen mit Gepäck schon zu klein sein - während in einem 2 - 3 Personenzelt mit 2 grossen Apsiden sich auch 3 genügsame Personen unterbringen lassen. Also: immer den Anwendungszweck beachten und überlegen, wieviel Gepäck unbedingt im Zelt verstaut werden muss.
  2. Zeltform
    Die klassische Zeltform für den Camper ist das Kuppelzelt, bei dem zwei gekreuzte Gestängebögen die Basis bilden. Häufig bildet ein dritter, kürzerer Gestängebogen eine Vergrößerung der Apsiden. Diese Zelte stehen i.d.R. ohne Häringe frei - weshalb sie sehr leicht aufzubauen sind. Der zweite wichtige Zelttyp sind die Tunnelzelte, welche durch zwei oder mehrere hintereinander stehende Gestängebögen gebildet werden. Hier kann durch einen zusätzlichen Gestängebogen eine sehr große Apsis geschaffen werden, weshalb sich Tunnelzelte vor allem für viel Stauraum anbieten. Sowohl Tunnelzelte, aber auch einfache Kuppelzelte bieten dem Wind relativ viel Angriffsfläche aber eher wenig Stabilität durch die wenigen Gestängebögen. Geodätische Zelte haben mehrere Stangen, die in unterschiedlicher Weise zueinander gekreuzt werden und daher deutlich höhere Stabilitäten erreichen. Allerdings werden sie dadurch auch schwerer.
  3. Wasserdichtigkeit
    Das wichtigste Qualitätsmerkmal für den Alltagsgebrauch bei Zelten ist die sog. "Wassersäule", die angibt, welchen Wasserdruck das Außenmaterial des Zeltes aushält, bevor es nass durchgeht. Insbesondere der Zeltboden benötigt besonders hohe Wassersäulen-Werte, da ja hier der Druck der Personen drauf lastet und evtl. unter dem Zelt angesammeltes Wasser durchgedrückt wird. Für absolute Wasserdichtigkeit in regenreichen Gebieten sollte eine Wassersäule von 8000 - 10000 mm erreicht werden. Gelegentliche Regenschauer hält auch ein Zeltboden mit 5000 mm aus. Ein Aussenzelt, dass sich gut und ohne Falten abspannen läßt benötigt hingegen keine so hohen Wassersäule-Werte - hier reichen 3000 bis 5000 mm in der Regel locker aus. Schlecht sind hingegen Mulden im Überzelt, in dem sich das Wasser sammeln und dann schon mal durchdrücken kann. Eine weitere Schwachstelle bilden die Nähte. Bei PU-Überzelten sind diese abgetapt. Bei silikonisierten Überzelten müssen sie - sofern Wasser hindurchkommt mit Nahtdichter aus Silikonkleber abgeklebt werden, da normales Tape hier nicht hält.
  4. Windstabilität
    Dieses Kriterium ist insbesondere für Expeditionen in stürmische Gebiete besonders wichtig. Die Windstabilität wird grundsätzlich vom Gestänge gebildet. Die besten Expeditionszelte haben Alugestänge aus hochwertigstem Aluminium. Fiberglas ist hingegen deutlich instabiler hauptsächlich noch in Billig-Zelten verwendet. Am wenigsten windstabil sind Tunnelzelte, da sie vor allem bei Seitenwind diesem nicht viel entgegensetzen können - solange sie längs zum Wind stehen, können sie jedoch durchaus mit Kuppelzelten mithalten. Bei starkem Wind müssen Tunnel- und Kuppelzelte sauber abgespannt werden, um Gestängebrüche zu vermeiden. Deutlich mehr halten die meisten geodätischen Zelte aus - die alleine durch die Gestängekonstruktion schon deutlich höhere Windgeschwindigkeiten aufnehmen können. Allerdings müssen bei Sturm auch diese konsequent abgespannt werden.
  5. Gewicht
    Wer sein Zelt über längere Zeit selbst tragen muss, der wird peinlichst auf geringes Gewicht achten. Allerdings wird dies nur durch Einsparungen bei Platzangebot, Wassersäule oder der Windstabilität erreicht werden. Aus diesem Grund solle man sich vor dem Zeltkauf sehr genau überlegen wofür man das Zelt einsetzen möchte. Eine Gewichtsangabe für eine bestimmte Zeltgröße ist daher sehr schwierig. Ein Zwei-Personenzelt, das absolut minimalistisch hinsichtlich Platzangebot und Windstabilität bei durchschnittlicher Wassersäule ausgelegt ist, kann durchaus deutlich unter 2 kg wiegen - während ein hochwertiges 2-Personen-Expeditionszelt mit hoher Wassersäule und sehr hoher Windstabilität über 4kg schwer sein kann.