Eine alte Kletterer-Regel besagt: "Es gibt zwei Dinge, die man nicht verleiht - seine Frau/seinen Mann und sein Seil". Auch wenn dieser Spruch noch aus der Hanfseil-Zeit stammt hat er doch auch heute noch ein Körnchen Gültigkeit in sich. Das Seil ist der Faden, an dem das Leben des Kletterers hängt. Moderne Seile sind jedoch mittlerweile derart hochwertig dass sie im Normalfall (Ausnahme: Belastung über messerscharfe Kanten) nicht mehr reissen können - solange sie unbeschädigt sind. Beschädigungen können jedoch durch Steinschlag oder Berührung mit ätzenden Chemikalien leicht versehentlich passieren, weshalb man sein Seil besser persönlich pflegt und regelmässig überprüft. Das gleiche gilt übrigens für jedes Schlingenmaterial.
Seilmittenmarkierungen sollten daher auch nicht mit irgendwelchen "Eddings" durchgeführt werden, sondern nur mit spezieller Seilfarbe. Wer sein Seil markieren möchte, kann es zu uns bringen, wir haben ein Fläschchen Seilfarbe dafür bereitstehen und wir erledigen die Seilmarkierung gegen eine kleine Spende in unsere Kaffeekasse. Ebenfalls nicht zu emfpehlen ist die Markierung mit Tape. Einerseits können Lösungsmittel im Tape die Festigkeit des Seiles reduzieren, andererseits sind Tape-Banderolen im Seil schon oft Ursache für Unfälle und Ärger gewesen, wenn sich darin beispielsweise der Abseil-Prusik verfängt.
Bei der Wahl des richtigen Kletterschuhs kommt es im Wesentlichen auf vier Faktoren an:
Kletterschuhe müssen zwar eng sitzen - sollen jedoch nicht schmerzen (auch wenn das viele Kletterer behaupten). Ein Innenfutter sorgt bei vielen Modellen dafür, dass sie sich mit der Zeit nicht allzusehr auslatschen, reine Lederschuhe weiten sich teilweise um mehr als eine komplete Größe. Je nach Fußform kommt der eine mehr mit diesem und der andere mehr mit jenem Modell zurecht - am besten anprobieren!
Je nachdem ob sich ein Einsteiger, ein Fortgeschrittener oder ein Profikletterer für einen Schuh entscheiden muß, wird man auf unterschiedliche Kriterien Wert legen. Der Anfänger hat in der Regel noch wenig Zehenkraft und eine unpräzise Fußtechnik - für ihn sind härtere Schuhe und eher ein symmetrischer (d.h. der Fußform ähnlicher) Schnitt ratsamer. Der Profi wird hingegen meistens einen weichen Schuh wählen, um ein besseres "feeling" zu haben. Das heißt, durch die weiche und dünne Sohle hindurch spürt er, wie gut ein Tritt ist. Ein asymetrischer Schnitt konzentriert die gesamte Spannung auf eine relativ kleine Fläche unter der großen Zehe, was sehr exaktes Antreten auf kleinsten Tritten erlaubt. Eine stärkere Vorspannung des Kletterschuhs sorgt dafür, dass die Zehen immer in die Schuhspitze geschoben werden. Dadurch konzentriert sich die ganze Sohlenkraft auf die Zehenspitze - allerdings sind derartige Schuhe auch die unbequemsten, vor allem wenn man sie auf Platten oder in längeren Routen benutzen möchte.
Hier bestehen wohl die größten Unterschiede. Will ich mich vorwiegend in leichteren Alpintouren bewegen, wo man den ganzen Tag im Schuh stehen muß und hauptsächlich große Tritte oder häufig sogar Gehgelände vorfindet, brauche ich einen stabilen und bequemen Kletterschuh, wie z. B. den "Newton" von FiveTen oder den "Cliff" von La Sportiva.
Für die Allrounder, die in leichteren bis mittelschwierigen Sportkletterrouten genauso wie in längeren alpinen Unternehmungen unterwegs sind, empfiehlt sich ein bequemer, nicht allzu assymetrischer Sportkletterschuh, wobei aber ein etwas härteres Modell von Vorteil ist. Ein Beispiel dafür wären der "Thunder" von Scarpa.
Für die etwas extremeren Allrounder eignet sich der "Mythos" von La Sportiva sehr gut, der zwar sehr weich, allerdings in längeren Touren unschlagbar bequem ist. Der Sportkletterer, der überwiegend in schwierigen Touren klettert und normalerweise nach jeder Seillänge oder Tour aus dem Schuh rausschlüpft hat die Auswahl unter vielen weichen und sehr unterschiedlich geschnittenen Modellen von FiveTen, LaSportiva, Scarpa, Mammut, Boreal und sowie einigen weniger bedeutenden Herstellern. Kletterer in den gehobeneren Schwierigkeitsbereichen verfügen aber in der Regel bereits über längere Erfahrung und wissen auf was es für ihren Einsatzzweck ankommt, weshalb hier auf eine ausführlichere Darlegung der Schuhmodelle verzichtet wird.
Für den reinen Hallenkletterer gibt es ebenfalls einige Hinweise beim Schuhkauf. Durch die häufig rau beschichteten Kunstwände werden die Kletterschuhe meist an der Spitze schnell durchgescheuert. Speziell dafür wurde z. B. von der Firma Mammut der "Gym" entwickelt, der eine speziell verstärkte Spitze aufweist. Für ein kraftorientiertes Bouldertraining, wo die Fußtechnik i.d.R. eh an untergeordneter Stelle steht - oder auch für Einsteiger, in deren Routen die Tritte relativ groß sind, bestimmt die Schuhwahl hier vorrangig die Paßform und der Preis. Viele Kletterer legen sich für die Halle ein günstiges Paar "Trainingsschuhe" zum verschleissen zu und ein oder sogar mehreree Paar hochwertige für die "richtigen" Projekte am Fels.
Die Art des Verschlusses richtet sich zum einen nach persönlichen Vorlieben, andererseits aber auch nach dem Einsatzzweck. Während ein Schnürung die optimale Fixierung am Fuß verspricht, zeichnen sich die beiden anderen Varianten insbesondere durch schnelles Aus- und Anziehen aus. Insbesondere Klettverschlüsse haben sich zunehmend etabliert und werden in allen Schwierigkeitsgraden geklettert. Ballerinas sieht man hingegen immer weniger - am häufigsten noch in den Kletterhallen oder beim Bouldern. Insbesondere bei "ausgelatschten" Kletterschuhen haben sie den Nachteil, dass der Schuh nicht mehr "nachgezogen" werden kann. In längeren alpinen Sportkletterrouten hat sich hingegen der Klettverschluss bewährt, da dadurch der Schuh am Stand schnell aus- und angezogen werden kann - und das sogar mit einer Hand.
Garnicht sooo selten wie man meinen möchte, kommt es vor, dass ein Kletterer ungleich große Füsse hat. Bei normalen Strassenschuhen merkt man das häufig nicht so, bzw. kauft sich dann eben die größere Größe. Bei Kletterschuhen kann das schon ärgerlich sein. Dazu gibts folgende Möglichkeiten: