„Dülfer“ im Wilden Kaiser – Juli ’16

„Dülfer“ im Wilden Kaiser – Juli ’16
von Zeno Hamberger

„Dülfer“ an der Westwand des Totenkirchel

–> 6+ / 18 Seillängen und einer der großen Klassiker im Wilden Kaiser

Bereits letztes Jahr, nachdem Fabi und ich die Frustlos (8-) an der Fleischbank geklettert sind überlegten wir schon während dem Abstieg, dass es cool wäre die Dülfer am Totenkirchel zu klettern.

Dieses Jahr war es nun so weit, da es sehr heiß werden sollte, trafen wir uns relativ früh in Oberaudorf, nach etwas weniger als 2 Stunden Zustieg standen wir um 8:45 am Einstieg der „Dülfer“.

Die ersten vier Seillängen im Bereich 3-4+ kletterten wir free solo, um Zeit zu sparen. Nach diesen leichten Längen geht es dann auch schon mehr zur Sache: die fünfte Seillänge ist ein relativ anspruchsvoller Riss im Grad 4+ und nach diesem kommt eine der drei Schlüsselseillängen, ein 6er Quergang. Das Highlight der Tour, der „Nasenquergang“, wartet weitere zwei Seillängen weiter oben. Diese Seillänge ist definitiv die Schlüssellänge, mit einer relativ wackeligen Boulderstelle, welche aber durch einen Klebehaken abgesichert ist.

Insgesamt hatten wir keinerlei Probleme in der Tour, kletterten viel am laufenden Seil, kamen so sehr zügig voran und waren am frühen Nachmittag am Gipfel. Für unseren Geschmack ist die Route zu stark saniert worden… jeder Standplatz ist gebohrt und eigentlich in jeder Seillänge (außer den 3er und 4er) stecken ein bis zwei Klebehaken (auch an Stellen, wo dies wirklich nicht nötig ist). Dies nimmt einer Tour die 1913! erstbegangen wurde doch einiges an Charakter und Abenteuer…

Nichts desto trotz ist die „Dülfer“ ein sehr geiles Teil und wir können sie nur weiterempfehlen!

Gehört nicht umsonst zu den Klassikern im Wilden Kaiser…