Kaisernews - Neuigkeiten vom Klettern im Wilden Kaiser

Wilder Kaiser: Predigtstuhl-DirettissimaHier gibts mehrmals im Jahr die neuesten Infos zu Neutouren, Sanierungen und sonstigem Ratsch und Tratsch aus dem Wilden Kaiser. Auch wenn wir oft selbst im Koasa unterwegs sind - so sind wir auf die Informationen vieler Kletterer angewiesen - wer uns also Neuigkeiten für diese Rubrik zukommen lassen möchte, kann diese an die E-Mail-Adresse schicken.

 

 

2011

Wieder gibt es einige Neutouren zu vermelden. Eröffnet wurde die Saison erneut im Westkaiser oberhalb der Wegscheidalm. Mit "Scheelong" (7+) haben das bewährte Erschließerduo Ruas/Stocker eine neue Kreation am Sonneck hinterlassen. Ein Stück links davon vollendeten ebenfalls im Frühjahr Herbert Haselsberger und Hubert Nuss ihre "Hasel-Nuss" (8) - die in Sachen Schwierigkeiten noch etwas härter ist. Bisher werden beide Routen noch recht sparsam wiederholt, vermutlich wird bei den angegebenen Bewertungen nichts verschenkt. Und noch eine weitere Neutour ist unweit davon entstanden. Matthias Dickel und sein Team von der Bergsteigergilde Kolbermoor bohrten an der Multerkarwand links von "Kunterbunt" die Route "Spätlese" ein, mit steiler Sportkletterei in bestem Fels.

An der Nordseite des Kaisers geht es etwas weniger bohrhakenreich zur Sache. Michi Becker und Roland Hemetzberger haben am Totenkirchl zwischen Freiraum und Bergführerweg ihre Route "Wiederholungstäter" vollendet. Nachdem sie die erste SL (8+/9-) noch mit Bohrhaken abgesichert hatten, stiegen sie von dort bis auf einen Normalhaken clean auf die 2. Terasse aus wobei noch 3 Seillängen bis 8- zu bewältigen waren.

2010

Neutouren
Bereits im Frühjahr erschlossen Klaus Zehntner und Arne Eckenberger oberhalb der Wegscheidalm an der Wasserfallwand einen steilen Pfeiler. Ihre 4-Seillängen-Kreation nannten sie "Schee steil" (in Anlehnung an Klausi's "Schee direkt" ein Stück oberhalb im Schneekar).

Auch der Hausherr im Gebiet - Marcus Sappl von der Wegscheidalm - war wieder aktiv. Mit seinem Kumpan Hans Zott hat er an der steilen Wandpartie am Treffauersockel durch den rechten Kamin eine Routen eingerichtet. Die "Sappl/Zott" ist mit Bohrhaken abgesichert und im 6. Schwierigkeitsgrad angesiedelt. Damit dürfte sie sich gut in die anderen Routen (RWI, Entdeckungsreise, Kunterbunt) am Treffauer-Sockel einfügen.

Der "Weg der Freunde" an den Hackenköpfen wurde heuer offiziell veröffentlicht und es ist jetzt wohl auch mit keinen Problemen mehr zu rechnen. Die Route sucht sich den besten Fels in der teils schrofigen, teils plattigen Nordwand der Hackenköpfe und führt auf 1000 Klettermetern zum Gipfel. Sie ist gut mit Bohrhaken abgesichert, trotzdem sollten die Schwierigkeiten von 6- (alleine schon wegen der Länge) sicher beherrscht werden.

Am gegenüberliegenden Ende des Wilden Kaisers findet sich eine neue Route von Michi Becker, an der er mit Wastl Fuchs schon mehrere Jahre dran war. Jetzt ist ihnen endlich der Durchstieg durch eine Linie an der Maukspitze rechts der "Schnapsidee" gelungen. Herausgekommen ist "Fair Play". Es handelt sich um sechs Seillängen, wovon sich vier zwischen 7- und 8- , sowie zwei Längen im vierten Grad abspielen. Sie verwendeten Bohrhaken nur an den Ständen womit die Tour mit der Ernsthaftigkeit bei E4 eincheckt.

Eine weitere Route wurde von Jörg Meyer und Bernhard Schwarz am Predigtstuhl zwischen Fiechtl-Weinberger und Westverschneidung eröffnet. Der Anstieg im 8. Grad weist excellenten Fels auf und ist mit Bohrhaken relativ gut abgesichert - allerdings trotzdem anspruchsvoll. Sobald wir alle weiteren Infos haben, werden diese hier veröffentlicht.

Nicht mehr ganz zum Wilden Kaiser - aber immerhin zum Zahmen Kaiser gehören die Schanzer Wände links vom Klettergebiet Sparchen. Neben diversen Sportkletterrouten, die hier in den letzten Jahren an gleich mehreren neuen Sektoren eingebohrt wurden, haben die Erschließer jetzt auch die höheren Wandfluchten entdeckt. Bereits 2008 waren Roland Hemetzberger und Michi Becker dort aktiv und haben Venga Boys (9+/10-, ges. 6 SL) erstbegangen. Etwa zeitgleich sind links davon einige Mitglieder der Kufsteiner Bergrettung durch den weniger steilen Teil geklettert. Nach viel Putzarbeit im Folgejahr ist die "Kufsteiner Bergrettungstour" (6+) entstanden.

Projekte

Neue Projekte sind ebenfalls eröffnet worden. Erich Weißsteiner und Flo Burggraf haben am Kasfinger-Pfeiler am Kirchl die ersten zwei Seillängen einer neuen Route begangen. Auf der Rückseite, an der Westwand ist wohl Guido Unterwurzacher am Werk - hier dürfte eine neue Extremroute entstehen.

2009

Neutouren

An der Kopfkraxen hat Herbert Haselsberger seine Route Gemini fertiggestellt. Die Schlüsselstelle ist ein anstrengender Riss, der rotpunkt sicherlich im oberen 7. Grad zu klettern ist. Der Rest der Route spielt sich etwa einen Grad darunter ab. Der Routenname (Gemini = Zwillinge) bezieht sich auf den Nachwuchs im Hause Haselsberger, wo im Frühjahr zwei junge Burschen auf die Welt kamen.

Rechts der RWI am Treffauer gibts eine neue Route Kunterbunt (6) - die Hans Kaufmann und Hubert Plochl im Juli eingebohrt haben. Sie ist vom Charakter und der Absicherung in etwa vergleichbar mit den beiden Routen rechts davon - die RWI und die Entdeckungsreise. Für diese beiden Routen wurde im übrigen eine neue Abseilpiste eingerichtet. Man seilt vom Ende der Schwierigkeiten beider Routen (nicht von der Sanduhr ganz oben für den Abstieg) jeweils 3x über die Routen ab. Die dritte Abseillänge führt dann zu einem neuen Abseilstand zwischen den beiden Routen, von hier auf neuer Abseilpiste zum Wandfuß (50m Doppelseil, bzw. für die RWI reicht auch ein 70 m Einfachseil).

2008

Neutouren

Die herausragende Neutour in diesem Jahr dürfte die Route durch das "Z" am Totenkirchl sein. Benno Keill und Jörg Meyer haben diese 17 Seillängen in der Westwand mit Schwierigkeiten bis 9 und einer technischen Stelle von unten angegangen und heuer vollendet. Wer über solides Kletterkönnen im 8. Grad verfügt, für den dürfte diese Kreation zu den besten der modernen Kaiserrouten überhaupt zählen.

Auf der anderen Seite des Totenkirchl konnten Florian Burggraf und Erich Weißsteiner eine schöne Linie links vom Schneiderweg finden. In "Oben ohne" stecken an den schwierigen Stellen Bohrhaken, die letzte Seillänge muss selbst abgesichert werden, was aber für jeden der ein wenig mit Friends umgehen kann keine größeren Probleme darstellen sollte. Dafür erwartet Wiederholer allerbester, kompakter aber sehr griffiger Kirchl-Fels.

Auf der Südseite hat "Ruas" Toni Niedermühlbichler wieder einige Bolts hinterlassen. Am Sonneck gibt es jetzt mit der Delicatesse (7-) einen direkten Zustieg zur Hazo-Fantastika. Dieser beginnt etwas links vom Einstieg "Alte Südwand"/"Kraxengrat", kreuzt diesen, wo er aus der Rinne links herausführt und zieht dann rechts haltend hinauf auf die Terasse.

Ein Stück unterhalb am Westsockel des Treffauer ist neben einigen neuen kürzeren Linien an der Multerkarwand noch eine zweite Plaisirtour links der Entdeckungsreise hinzugekommen. Die "RWI" von Wegscheidalm-Pächter Marcus Sappl sowie Hans Zott und Sabine Obermoser bietet wiederum abwechslungsreiche Sportkletterei in meist gutem Fels auf insgesamt 10 Seillängen.

Auch an der Karlspitze ist nun eine seit längerem als Projekt geführte Linie abgeschlossen. Mit der "Akku-Gaudi" hat Hubert Praschberger eine gut gesicherte Linie in den Sockel unterhalb des Lehne-Pfeilers gelegt. Die klassische Linie durch den Pfeiler selbst hat er dazu saniert - aus der Kombination der beiden Routen ist nun eine neue tagesfüllende Unternehmung entstanden, die für alpin orientierte Kletterer sicherlich zu den lohnendsten Unternehmungen an der Karlspitz im 5. bis 6. Grad zählt.

Desweiteren war Michi Becker wieder aktiv. Zusammen mit Wastl Fuchs beging er am Kirchl links vom Pfannkamin quer über den Pfeilerweg hinauf mit der Linie "Freiraum" eine anspruchsvolle Route mir Schwierigkeiten bis 8+ (7+ obl.)/E3+ und gut gesicherten Schlüsselstellen, aber selbst abzusichernden leichteren bis mittelschwierigen Passagen.

Im Gegensatz dazu steht seine Route "Aquafresca" (6 / E1). Ganz im Plaisirstil richtete er diese Linie im Sockel der Kleinen Halt NW-Wand von oben ein und beging sie mit Roland Bado. Sie 6 Seillängen starten am Ende der "Weißen Spur" und bieten sich auch als Verlängerung für die Via Aqua oder Plattendirettissima an.

Projekte

Zu den schon länger offenen Projekten sind neu hinzugekommen:

Michi Becker und Roland Hemtsberger wurden vor kurzem auf der Strips mit Bohrzeug gesichtet - sie waren am Kirchl im Bereich vom Pfeilerweg tätig.

Ein weiteres langes Projekt an der kleinen Halt ist von den Via Aqua-Schöpfern in Arbeit - es ist eher im rechten Teil angesiedelt, wird aber noch eine Zeit lang in Anspruch nehmen.

Sanierungen

Am Jaquet-Pfeiler auf die Ellmauer Halt wurden Stände und einige Zwischenhaken gebohrt.

Herbert Haselsberger hat im Herbst noch den Südostgrat auf die Karlspitze saniert: "Nun habe ich endlich den Karlspitz SO Grat mit 21 Haken (klingt vielleicht viel , aber auf 800 m Kletterei verteilt ist es eher wenig) bestückt. Ich bin der Meinung, da es sowieso an leichten Touren im Kaiser mangelt, dass es
eine Belebung für den Bereich Karlspitze bedeutet.

Ich versuchte diese an schwierigeren Stellen, möglichst gut sichtbar, anzubringen. Bis zur Matejak Scharte haben wir berücksichtigt, dass wir  bei einem Bergrettungseinsatz Standsicherungen auch im leichteren Gelände vorfinden, falls wir mit Schnee zu tun hätten.

Nach dem Beginn der Abseilpiste befindet sich die Schlüsselstelle, die wir mit 2 Haken entschärft haben. Man kann auch 5m durch die Felsspalte auf die Ostseite queren und etwas leichter durch einen Spalt/Kamin hochklettern. Am risslosen Lehnepfeiler sind ebenfalls 3 "angenehme" Haken gesetzt worden.
Zusammenfassend:  Bei der ersten Hälfte sind die Seillängen ziemlich vorgegeben, am oberen Gratverlauf(haufiges Auf- und Abklettern) aber selbst zu wählen, was den alpinen Charakter aufrecht erhält.
Die Wegfindung ist im unteren Bereich sicherlich besser geworden, was auch zu sichtbareren Begehungsspuren führen wird. Oben kann man fast immer am Grat bleiben bzw knapp unterhalb queren."

Klettersteige

Zwei Neuigkeiten aus dem Drahtkabel-Millieu gibts jetzt auch im Kaiser: Am Hundskopf und Stripsenkopf - 15 Minuten oberhalb vom Stripsenjoch - entstand ein kurzer, Klettersteig für das "Fun-Publikum" der Strips. Darüberhinaus hat die Sektion Kufstein zur Belebung ihrer Alpenvereinshütte in Hinterbärenbad einen Klettersteig von Norden auf das Untere Gamskarköpfel gebaut.

2007

Ein ereignisreiches Kletterjahr im Wilden Kaiser ist durch die frühen Schneefälle im Herbst recht abrupt beendet worden. Trotzdem gibts einige Neuigkeiten.

Neutouren

Bereits letztes Jahr wurde an dieser Stelle erwähnt, dass Marcus Sappl, Hans Zott und andere einige Sportkletterrouten am Westsockel des Treffauer eingerichtet haben. Auch heuer waren sie dort fleissig beim Erschliessen. Ein Topo der sog. Multerkarwand findet sich hier - aktuellste Infos gibts jeweils auf der Homepage der Wegscheidalm. Die längste Route am Treffauer West-Sockel ist die Route Endeckungsreise mit immerhin 8 Seillängen. Die Wegscheidalm ist im übrigen seit heuer bewirtschaftet und bietet sich als Stützpunkt für viele Routen auf der Südseite an.

Die Top-Route des Jahres stammt von Adi Stocker und Toni Niedermühlbichler. An der Kleinen Halt haben sie mitten durch die riesige plattige Nordwestwand links der Plattendirettissima ihre 1000 m Route "Via Aqua" eingebohrt. Die Linie mit 24 Seillängen zwischen 5- und 7- dürfte sicherlich ruckzuck zu den begehrtesten alpinen Sportkletterrouten des Wilden Kaisers avancieren. Das Topo von Adi Stocker findet sich bei Markus Stadler auf der Homepage.

Wem diese Route noch nicht genügt, der kann sie nochmal um 5 Seillängen im 6. bis 8. Grad verlängern. Gatto Nero von Michi Becker und Markus Praxmarer führt durch den Sockel der Wand - von ihrem Ausstieg kommt man in 10 - 15 Minuten direkt am Einstieg der Via Aqua an.

Eine weitere neue Linie haben Michi Becker und Roland Bado bereits im Herbst 2006 an der Westwand der Ellmauer Halt gefunden. Sie stiegen über die Max und Moritz in die Wand ein und suchten sich nach der ersten Seillänge rechts davon einen direkten Weg durch die Wand. Der Route gaben sie den Namen von Rolands Tochter: "Via Theresa". Aufgrund der schönen Kletterei im mittleren Schwierigkeitsbereich fanden sie es angemessen Ihre Kreation auch einer breiteren Klettererschar zugänglich zu machen und entschlossen sich daher sie im Juli 2007 mit Bohrhaken auszustatten, so dass jetzt eine gut abgesicherte Route auf Wiederholer wartet.

Und noch eine Neutour wurde im Kaisertal fertiggestellt. Die Baumgartners haben Ihr Projekt an der Ostwand der Gamshalt vollendet. Die Route mit dem Namen "Zechpreller" verläuft links der Direkten Ostwand auf 21 Seillängen überwiegend im 5. und 6. Grad durch gemischtes Gelände.

Die letzten schönen Herbsttage nutzten Michi Becker und seine Freunde abermals an der Nordseite des Wilden Kaisers, um eine "vergessene" Wand wieder ins Gespräch zu bringen. Die Nordostseite des Kleinkaiserls wurde bisher kaum beachtet, obwohl dort der Fels gut, der Zustieg relativ bequem und die Wandhöhe mit 400 Meter durchaus beachtlich ist. Nur die selten wiederholte "Endlos" vom Paul Koller führte dort seit den 80er Jahren hinauf. Seit September findet sich dort nun mit "Raum ohne Grenzen und Land ohne Herren" (6+) eine moderne Route mit guter Absicherung, die sicherlich öfter geklettert wird.

Hubert Nuss war bereits letztes Jahr im Herbst am Totenkirchl aktiv und hat eine schöne alpine Sportkletterei im Bereich des "Zack-die-Bohne-Pfeilers" eingebohrt. Die Route "Abendlicht" startet bereits nach dem Vorbau oberhalb des Teufelswurzgartens, kreuzt den Führerweg vor dem Führerwandl, zieht dann hinauf zum Stöger-Gschwendtnerkamin und steigt rechts von diesem auf die 2. Terasse aus.

Eine kurze, leichtere Sportkletterroute wurde darüberhinaus vom bewährten Team Schorsch Schreder, Peter Gründler und Adi Fischer zusammen mit Andi Scharnagl am Bismarck - dem freistehenden Felsturm im Wildanger - eingebohrt. Die Route tauften sie auf den Namen "Via Veronika", in Gedenken an Vroni Mösenlechner aus Anger im Berchtesgadener Land. Vroni kam im Frühjahr 2006 bei einem Lawinenunglück am Stripsenkopf ums Leben, ihr Lebensgefährte Andi Scharnagl überlebte mit schweren Verletzungen.
Topo und Wandbild der Via Veronika finden sich auf Woitatscher.at, der Hompage von Andi - und natürlich auch bei Markus Stadler.

An der Schneelochwand auf der Nordwestseite der Fleischbank hat abermals der Schwoicher Michi Becker zugeschlagen. Zusammen mit Georg Hotter kletterte er eine neue Linie rechts vom Bergführerriss und nannte sie "De Schwoicher Buam" - sie ist 5 Seillängen lang, mit einer Stelle 8-/8, wobei der 7. Grad zwingend zu klettern ist.

Desweiteren wurde der Klettergarten an der Fritz-Pflaum-Hütte um etliche Routen erweitert. Eine Routenliste mit Übersichtsbild dazu findet sich auf der Homepage der Fritz-Pflaum-Hütte.

Projekte

Mehrere harte Projekte sind derzeit in Arbeit - am Totenkirchl wird sowohl an der Ostwand, als auch an der Westwand (mal wieder) rechts vom Pfeiler an schwierigen Linien probiert. Auch im zentralen Teil der Fleischbank (Bereich "Kopf ohne Welt") ist eine neue Linie in harter Bearbeitung.

Eine weitere Wand á la Wildangerwand mit (allerdings nur streckenweise) ähnlich gutem Fels ist derzeit in der Nähe vom Hans-Berger-Haus am Entstehen. Am sog. Roßkopf wurden bisher bereits um die 25 Routen eingerichetet, sobald ein Topo zur Verfügung steht, wird dieses natürlich hier veröffentlicht.

Weiter auf seine Fertigstellung wartet ein Projekt von H. Haselsberger und H. Zott an der Südseite der Kopfkraxen - da nur noch zwei Seillängen fehlen sollte das aber nur noch eine Frage der Zeit sein.

Nähere Infos zu den Projekten gibts natürlich hier sobald etwas davon fertig ist.

Ein weiteres Bauprojekt betrifft die Kletterer zwar nur indirekt, trotzdem soll es hier nicht fehlen: Klettersteige sind momentan im Trend. Die steigende Schar von Klettersteigfreunden ist ins Visier der Fremdenverkehrsverbände geraten und wird mit aufwändig konstruierten Steiganlagen bedient. Nun soll auch im Naturschutzgebiet Wilder Kaiser ein "richtiger" Klettersteig gebaut werden - und zwar von Norden auf das Untere Gamskarköpfel direkt oberhalb von Hinterbärenbad. Nachdem der Straßentunnel fertig ist müssen jetzt wohl mehr Kunden ins Kaisertal gelockt werden... Die Fertigstellung ist für 2008 geplant.

Sanierungen

Der Lehnepfeiler an der Südwestseite der Vorderen Karlspitze wurde von Hubert Praschberger saniert. Da die Tour erst in halber Wandhöhe beginnt und der eigentlich schön plattige Vorbau durch eine einfache Rinne überwunden wird, hat Huwi gleich noch eine Neutour bis zum Einstieg hinauf eingerichtet, wodurch sich jetzt eine interessante 13-Seillängen-Unternehmung ergibt. Näheres dazu, sobald wir ein Topo vom Hubert haben.

Allgemeines

Wie viele von Euch wissen, ist der Kufsteiner Bergführer und Höhenbergsteiger Markus Kronthaler im Sommer 2006 am Broad Peak verstorben. Sein Bruder Georg Kronthaler, Stefan Lackner und Paul Koller sind derzeit in Pakistan und wollen seinen Leichnam bergen. Nähere Infos dazu gibts unter www.weltderberge.com - der Homepage von Markus Kronthaler, die jetzt von Georg betrieben wird.

2006

Ein guter Sommer mit hervorragenden Bedingungen im Juni und Juli, sowie den kompletten Herbst ist nun durch den ersten Schnee beendet worden. Einiges hat sich wieder getan im Kaiser:

Neutouren

Am Nordgratabbruch der Fleischbank hat das bewährte Duo Schreder/Gründler (die zweite Route zusammen mit H. Opatz) im September zwei nette Plaisir-Routen eingebohrt. Das Stoamandl und das Baderwandl bieten schöne Plattenkletterei im 6. und unteren 7. Schwierigkeitsgrad.

Auch Michi Becker hat am Totenkirchl wieder eine schöne Linie entdeckt. Rechts vom Nieberlkamin konnte er zusammen mit dem Wildschönauer Barny bereits am 5.9.05 die Route "Schwerelos" (7-/E3) klettern. Die Direktvariante "Völlig Schwerelos" verwirklichte er im Juli 2006 mit Wastl Fuchs und sie konnten diese bisher aber noch nicht frei klettern(7/A1/E4-). Weitere Infos dazu finden sich beim Online-Magazin Naturized.

Im Zahmen Kaiser hat Nils Schützenberger im Bereich der Vorderkaiserfeldenhütte zwischen Naunspitze und Kaiserzinne mehrere Sportkletterrouten und einige Mehrseillängenrouten eingebohrt. Nähere Infos dazu gibts auf der Homepage der Vorderkaiserfeldenhütte.

Projekte

Weitere Projekte sind an der Südseite der Karlspitze in Arbeit - sobald wir nähere Infos dazu haben, werden wir diese natürlich nicht weiter geheim halten.

Auch auf der Südseite des Westkaisers sind eifrige Erschliesser am Werk. Marcus Sappl hat die Wegscheid-Alm gepachtet und wird diese in der nächsten Saison als bewirtschaftete Hütte mit 25 Nächtigungsplätzen führen. Im Zuge dessen hat er die Klettermöglichkeiten in diesem Gebiet erkundet und ist an den westseitigen Wandfussplatten des Treffauer fündig geworden. Dort ist ein neues Sportklettergebiet im unteren und mittleren Schwierigkeitsbereich am entstehen, das dem schattigen Wildanger womöglich bald Konkurrenz machen wird. Infos und auch Topos soll es demnächst auf der Homepage der Wegscheidalm geben.

Auch das Projekt vom Schorsch Schreder am Kirchl-Sockel ist weiterhin offen.

Sanierungen

Die Fleischbank-Südostverschneidung ist nach langem Hin- und Her nun doch saniert worden. Seit diese Nachricht die Runde macht, hat sich die Begehungszahl schlagartig vervielfacht und mittlerweile ist die "Fleischbank-Verschneidung" nach längerem Dornröschenschlaf wieder eine der beliebtesten Fleischbankrouten.

Der zweite Klassiker, der in diesem Jahr saniert wurde ist die Buhl an der Mauk-Westwand. Es wurden alle Stände und insgesamt 17 Zwischenhaken gebohrt. Vor allem wegen der zwei neuen Bohrhaken im berüchtigten Woll-Woll (ein Risskamin, der bisher nicht abgesichert werden konnte und daher psychisch sehr anspruchsvoll und bei Nässe oder mangelndem Kletterkönnen nicht ungefählich war) ist diese Sanierung stark umstritten.

Auch in der Schüle-Diem/Haslacher-Behringer an der Predigtstuhl-Westwand stecken mittlerweile Bohrhaken als Zwischenhaken. Bisher waren dort nur die Stände gebohrt.

In der relativ beliebten Kübelkarsinfonie an der Südwand der Karlspitze (bzw. am Friedrichsturm) wurde eine neue Abseilpiste eingerichtet. Vom letzten Stand quert man dazu 10 m nach links zum Abseilstand und seilt mit 50 m Doppelseil ab (lt. Forum von Bergsteigen.at). Ausserdem stecken mittlerweile wohl mehr Zwischenhaken als anfangs, so dass kaum noch eigenständige Zwischensicherungen gelegt werden müssen. Was allerdings bleibt in dieser Tour ist die große Steinschlaggefahr bei voraussteigenden Seilschaften, da der Fels nicht immer ganz fest ist, und in dem flachen Gelände viel Schotter herumliegt.

An der Totenkirchl-Nordseite wurden in den letzten Jahren noch weitere der Kaminanstiege saniert - u. a. der Nieberlkamin. Nähere Infos dazu gibts auf der Strips.

Darüberhinaus wurde der Klettergarten am Hundskopf vom unermüdlichen Toni Niedermühlbichler mit neuen Bolts und die einzelnen Linien zur besseren Identifikation mit Namen versehen. Dieser beliebte Felsen für Kletterkurse befindet sich nördlich des Stripsenjochhauses am Weg zum Stripsenkopf.

Sonstiges

Eine traurige Nachricht erreichte uns im Juli aus dem Karakorum, wo der bekannte Kufsteiner Bergführer, Expeditionsbergsteiger und Kaiserkletterer Markus Kronthaler am Broad Peak verstorben ist.

Neues gibts vom Bergverlag Rother: Der erste Alpenvereinsführer Kaisergebirge alpin ist erschienen und seit September im Handel erhältlich. Der Führer von Kaindl-Hüttenwirt Jan Piepenstock und Kaiserkenner Horst Höfler beschreibt die Wanderungen und viele Alpine Anstiege im 2. und 3. Schwierigkeitsgrad im Wilden und Zahmen Kaiser.

Und noch eine Neuigkeit aus der literarischen Ecke: Silvia Huber, die engagierte Hüttenwirtin vom Hans-Berger-Haus hat mit Brigitte Weninger die erste Gipfel-Bibliothek ins Leben gerufen. Was es damit auf sich hat könnt Ihr auf der Homepage des Hans-Berger-Hauses oder unter Gipfelbibliothek.com erfahren.

2005

Neutouren

Florian Burggraf und Benno Keill haben ihr Projekt an der Karlspitze im Juli abgeschlossen. Auf 10 Seillängen in meist sehr gutem Fels kletterten sie Schwierigkeiten bis zum 9. Grad - eine Stelle konnten sie nur A0 bewältigen (hierfür ist ein sehr kleiner Camalot Gr. 0,1 notwendig!). Ein Topo der Route "Hammer" - wie sie sie genannt haben - gibts bei Markus Stadler auf der Homepage. Eine durchgehende Rotpunktbegehung der Route steht aber auch mit dieser A0-Stelle noch aus.

Eine weitere sehr schöne Alpine Sportkletterei mit allerdings deutlich gemässigterer Schwierigkeit ist vom unermüdlichen "Ruas Toni" an der Ostwand des Totenkirchl noch im Herbst 2005 erschlossen worden. "Und ewig lockt das Weib" nannte er die Kreation links der klassischen Dülfer, die in der Schlüsselseillänge einen überhängenden Handriss im unteren 7. Grad bietet.

Daneben sind an der Karlspitze, bzw. dem Gaudeamuspfeiler von Andi Schonner mit einigen Freunden noch zwei weitere Routen eingerichtet worden. Beide sind gut mit Bohrhaken eingerichtet und suchen sich den besten Fels zwischen teilweise etwas schrofigem Gelände zusammen. Eine Route heisst ABS ist mit 7- bewertet und wurde bereits 2004 erstbegangen. Die Wirtskante ist 6+ und wurde heuer fertiggestellt.

Auch Michi Becker ist weiter im Neuland unterwegs. Er hat zwei neue Linien im Kirchl-Sockel durchstiegen. "Buntstift im Anschlag" (6+/E4) ist 5 SL lang und zweigt von der Fiechtl-Route in der 4. SL rechts ab. Die "Via Steffi" (6/E3+) ist eine Ausstiegsvariante zur Fiechtl von dem breiten Band in halber Wandhöhe.

Wiederum an der Kleinen Halt haben Georg Kronthaler und Mario-Kaindl eine neue Linie geklettert. Die alpin sehr anspruchsvolle Route "Genial-Diagonal" (7/E5-) startet rechts vom großen Hufeisen, führt zum kleinen Hufeisen und anschliessend zum Ausstieg der Enzensperger-Route. Ein Topo hat uns Georg zur Verfügung gestellt und ist bei Markus auf der Hompage zu finden.

Eine weitere Neutour entstand an der Kopfkraxen, rechts der Via Romantica. Die Route "Blue Moon" wurde - wie sollte es anders sein - von Herbert Haselsberger eingerichtet. Die Route (6+/E2-) weist auf insgesamt 13 Seillänge Stellen bis zum oberen 6. Grad auf und ist relativ gut mit Bolts eingerichtet - ein Satz Stopper und Friends der Größe 2 und 3 können einige größere Hakenabstände entschärfen.

Sanierungen

Die Direttissima am Predigtstuhl wurde im Juni mit 30 Bohrhaken von H. Haselsberger und H. Nuss saniert. Im sonnigen Herbst konnten ebenfalls noch zwei Sanierungsprojekte fertiggestellt werden. Die Neue Ostwand am Christaturm ist nun mit gebohrten Ständen und (v. a. in der Schlüsselseillänge) auch mit gebohrten Zwischenhaken ausgestattet. Ebenfalls gebohrte Stände hat seit Ende Oktober der Spenglerkamin an der Maukspitze. Die insgesamt 5 gebohrten Zwischenhaken verlangen in dieser anspruchsvollen Tour weiterhin genügend Eigeninitiative beim Absichern, da zwar viel altes Material steckt, dies aber oft nur dekorative Funktion erfüllt oder überforderten Freikletterern einzelne Stellen erleichtert, als dass es tatsächlich einen Sturz halten könnte.

2004

Neutouren

Kopfkraxen-Südwand:Clearwater

Treffauer-Nordwand: Retro-Look

Westl. Hackenkopf-Südwand: "Apfeldieb" (7-/E4+) und "Meer der Freude" (6/E3).

Totenkirchl: Stripsenzahn (6- /E2) und Come Back ( 8+/E1), Ein Bolt für alle Fälle,

Freibeuter der Berge (7/E5-)

Wildangerwand: Donnerwetter (5+)

Kleine Halt NW-Wand: Mittendurch (6+/E4+)

2003

Neutouren

"Kirchl-Express" am Totenkirchl

"Der Flaschengeist" am Totenkichl-Sockel

"Ren-net" an der Kleinen Halt

"Liebeserklärung" Fleischbank Ostwand

"Schöne neue Welt" am Haltplatten-Sockel